Schokolade macht glücklich? Nur kurz…!

Schokolade macht glücklich? Nur kurz…!

Unser Kolumnist schreibt über Diebstahl in seinen eigenen vier Wänden und über die Strafe, die der Schuldige erdulden muss.
Beliebtes Diebesgut: Schokolade; Bild: pixabay.com

Gauner gibt es viele.

Gentlemen-Gauner, die nur im Anzug auf Diebestour gehen, nur große Diamanten stehlen und über die die Franzosen dann Filme drehen; unehrenhafte Gauner, die der wehrlosen Oma den in Not geratenen Neffen vorspielen und dann einen Kumpel vorbeischicken, der den Geldstrumpf abholt; Straßengauner, meist Fuchs und Kater, die kleinen Holzpuppen die Goldstücke stehlen. Und dann gibt es noch die ganze dreisten, die vor gar nichts zurückschrecken. Solche sind im Herbst in Mitteldeutschland in einen Kindergarten eingebrochen. Haben das Fenster aufgedrückt und mitgenommen, was nicht angebunden war: ein bissl Jausengeld aus den Kindergartentaschen, eine Kamera, mit vielen Kinderfotos drauf. Und dann haben sie etwas gefunden, was ihnen wirklich wertvoll erschien: 120 Schokonikoläuse. Wie dreist ist jemand, der Kindern die Schokolade stiehlt?

Natürlich könnte jetzt jemand, der mich kennt, einwenden, dass ich keinen Deut besser bin. Immerhin habe ich im Herbst meinen Buben die gesamte Schokolade, die sie so von Onkeln, Tanten und Omas geschenkt bekommen oder die, die sie zu Halloween eingesammelt haben, aufgefuttert. Ich konnte nicht anders, mich hat die Fresssucht überkommen. Tafelweise habe ich mir das braune Gold zwischen die Zähne geschoben, bis mir das Zahnfleisch weh getan hat. Während meine Liebste standhaft mit dem Satz „vor dem Essen wird nicht genascht“, den Kindern die richtigen Essensgewohnheiten beigebracht hat, habe ich den Schokoladevorrat in der Schleck-Lade schmelzen lassen – auf der Zunge.

Bekanntlich werden bei Schokoladegenuss die gleichen Hirnregionen durchblutet wie bei Kokainkonsum. Richtig süchtig macht uns Schokolade zwar nicht, aber sie aktiviert das Belohnungssystem. Der Körper schüttet Endorphine aus und die machen uns glücklich. Und wer ist nicht gerne glücklich, vor allem im Herbst, wenn es kalt und neblig wird und im Wiener Becken die Depression einkehrt.

Ich muss allerdings zugeben, das Glück war nur von kurzer Dauer. Eine Woche nach dem Ausbruch der Fress-Attacke habe ich beim Blick in den Spiegel die Augen zusammen gekneift. Ist das wirklich ein Bäuchlein – auf meinem eh schon nicht kleinen Bauch drauf! Tatsächlich. Die Waage hat das dann auch gleich bestätigt. Tja, und seither versuche ich den Ranzen wieder loszuwerden, mit Fasten, mit Sport. Allein: Es ist immer noch Schokolade in der Lade, an der ich nicht vorbeikomme, ohne hinzugreifen.

Sie sehen also, ich gehöre leider auch zu der dreisten Sorte Gauner, die Kindern die Schokolade wegessen. Das Urteil ist auch schon gesprochen: Fünf Kilo ohne Bewährung. Ich muss dafür auch nicht in einen Kindergarten einbrechen (zum fraglichen Zeitpunkt hab ich ein Alibi, das können Sie überprüfen) – bei mir daheim liegt genug von dem Zeug rum.

Ich kann der deutschen Polizei zur Aufklärung des Falles einen Tipp geben: Messen Sie den Taillenumfang der Verdächtigen. Schokoladeräuber entlarvt ihr Bäuchlein!

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