Akromegalie: Passen Ringe oder Schuhe nicht mehr?

Akromegalie: Passen Ringe oder Schuhe nicht mehr?

Akromegalie
Frank, lebt mit Akromegalie seit 2002.

Bei der Akromegalie handelt es sich um eine sehr seltene Erkrankung. Sie äußert sich durch ein übermäßiges Wachstum bestimmter Körperteile sowie einer Vielzahl an möglichen unspezifischen Symptomen. Auslöser ist ein gutartiger Tumor an der Hirnanhangsdrüse, der zur Überproduktion von Wachstumshormon führt.

Übersetzt bedeutet Akromegalie so viel wie „Ver­größerung der äußersten Körperteile“. Von diesem ungewöhnlichen Wachstum sind meist die Hände, Füße, Ohren, Kinn und/oder Nase betroffen. Eben­so kann sich die Haut verdicken und das Wachs­tum der Haare übermäßig angeregt sein.

Am häufigsten tritt die Akromegalie im Alter zwischen 30 und 50 Jahren auf. Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen. Die Symptome und Beschwerden entwickeln sich sehr langsam und werden von den Betroffenen oft nicht bemerkt. Im Schnitt vergehen etwa 5 bis 10 Jahre bis zur Diagno­se.

Ursachen

Im Großteil der Fälle entsteht eine Akromegalie durch einen gutartigen Tumor in der Hirnanhangsdrüse. Diese Geschwulst führt dazu, dass zu viel Wachstumshormon ausgeschüttet wird.

Die Hirnanhangsdrüse, auch Hypophyse genannt, ist eine kleine Drüse unterhalb des Gehirns. Sie ist unter anderem für die Bildung von Wachstumshormon zuständig, welches in die Blutbahn abgegeben wird.

Das Wachstumshormon regt die Leber zur Bildung des insulinähnlichen Wachstumsfaktor I (IGF-I) an. Dieser Wachstumsfaktor ist für die Vermehrung von Knorpelzellen und für das Wachstum von Mus­kelzellen zuständig.

Wenn die Hypophyse zu viel Wachstumshormon produziert, führt das auch zu einer erhöhten Bildung von IGF-I. Dieser Überschuss ist für die körperlichen Veränderungen verantwortlich, die im Rahmen der Akromegalie auftreten.

Symptome

Akromegalie ist eine Erkrankung, bei der ein verstärktes Wachstum von bestimmten Teilen des Körpers auftritt. Neben der Vergrößerung von Händen und Füßen können sich auch Stirn, Kinn oder Nase verändern. Die Gesichtszüge wirken dadurch gröber.

Akromegalie kann viele körperliche Beschwerden auslösen:

  • Kopfschmerzen
  • Erschöpfungszustände
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Karpaltunnelsyndrom (Kribbeln, Taubheitsge­fühl oder Einschlafen der Finger)
  • Übermäßiges Schwitzen
  • Verdickte, fettige Haut
  • Sehstörungen
  • Weichteilschwellungen
  • Libidoverlust
  • Erektionsprobleme
  • Ausbleiben der Menstruation

All diese Symptome können auch andere Ursa­chen haben. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt, wenn Sie über einen längeren Zeitraum Symptome be­obachten, die Sie beunruhigen.

Diagnose

Für die Diagnosestellung sind Endokrinolog*innen die Ansprechpartner*innen. Mit unterschiedlichen Testungen kann die Diagnose Akromegalie bestätigt werden.

Behandlung

Akromegalie ist dank medizinischer Fortschritte heute gut behandelbar. Die Therapie setzt sich oft aus mehreren Ansätzen zusammen. Je früher die Behandlung beginnt, desto höher sind die Heilungschancen.

Die Behandlung erster Wahl ist häufig eine Operation. Dabei wird versucht, den Tumor der Hirnanhangsdrü­se zu entfernen oder zu verkleinern. Obwohl es sich um einen gutartigen Tumor handelt, kann ein fort­schreitendes Wachstum großen Schaden anrichten.

Wenn eine Operation nicht möglich ist, oder der Tumor nicht komplett entfernt werden kann, kommt eine medikamentöse Therapie zum Einsatz. Ziel ist es, die Krankheitsaktivität in den Griff zu bekommen und die Konzentrationen von Wachstumshormon und IGF-I zu normalisieren.

Zur Verkleinerung oder Beseitigung des Tumors kann auch eine Strahlentherapie angewandt werden. Diese Behandlung wird meist gewählt, wenn eine Operation nicht möglich ist, der Tumor operativ nicht vollstän­dig entfernt werden kann und eine medikamentöse Therapie die Krankheitsaktivität nicht ausreichend kontrolliert.

Weitere Infos

Hier finden Sie zusätzliche Informationen zum Thema Akromegalie:

Selpers Kurs

Diese Information entstand mit freundlicher Unterstützung der Firma Pfizer Corporation Austria Gesellschaft m.b.H. www.pfizer.at

 

Stand der Informationen: September 2023

PP-SOM-AUT-0113/07.2023

Quellen:

Erkrankungen von Hypothalamus und Hypophyse, Uni-Med Verlag 2019, Petersenn Stephan et al. www.glandula-online.de/erwachsene/akromegalie (Zugriff am 26.07.2023)

www.netdoktor.at/krankheiten/akromegalie/ (Zugriff am 26.07.2023)

www.endokrinologie.net/akromegalie.php (Zugriff am 26.07.2023

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